Praxisbericht

Erhaltungs-Management Schweizer Straßen mit TechTalk

Kurz und Bündig

Das Bundesamt für Straßen (ASTRA) ist die Schweizer Fachbehörde für die Straßeninfrastruktur und den individuellen Straßenverkehr. Im Verantwortungsbereich des eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sorgt es für eine nachhaltige und sichere Mobilität auf der Straße. Im Mittelpunkt steht dabei die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Nationalstraßen- und Hauptstraßennetzes. ASTRA wollte eine Applikation, die es den kleineren Gemeinden ermöglicht, das Erhaltungs- Management ihrer Straßen professionell betreiben zu können. Für Nationalstraßen, Autobahnen und große Gemeinden gibt es schon Speziallösungen. Gefragt war eine zentrale Lösung, die gegen geringe Gebühr von allen Gemeinden genutzt werden kann und die alle auf denselben Level hebt. TechTalk hat die öffentliche Ausschreibung Dank des besten Konzepts und Preis-Leistungs-Verhältnisses gewinnen können und setzte federführend, mit Partner Prisma-Solutions, das Projekt EMSG (Erhaltungs-Management im Siedlungsgebiet) um.

Vorteile und Nutzen

Die ganze Geschichte im Detail

Beim Erhaltungs-Management im Siedlungsgebiet (EMSG) geht es um Straßen im örtlichen und städtischen Bereich, die Gemeindestraßen. Neben der genauen Zustandserfassung ist dabei auch die Koordinierung nötiger Arbeiten am Kanal-, Strom-, Telefon- oder Gas-Netz wichtig, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden. ASTRA hat als die fachlich zuständige Bundesbehörde großes Interesse daran, dass das Erhaltungs-Management der Straßen auf einer professionellen Basis erfolgt und dass alle Schweizer Normen, wie der Zustand einer Straße zu bewerten ist, eingehalten werden. Der Wert der Schweizer Gemeindestraßen beträgt zwischen 100 und 130 Milliarden Schweizer Franken und es gilt, diesen zu erhalten. Es gilt aber auch, einen Gesamtüberblick über das vorhandene Straßennetz und dessen Wert zu erhalten. Dieser ist noch nicht vollständig gegeben, da viele kleine Gemeinden über keine derartigen Informationen verfügen.

Die Ausgangslage

Die Schweiz hat insgesamt 26 Kantone, das ASTRA verwaltet die Nationalstraßen (Autobahnen), die Kantone die Kantonal-Straßen und die rund 2.500 Gemeinden die Gemeindestraßen. Der Wert der Nationalstraßen beträgt 75 Mrd. Schweizer Franken, der Kantonstraßen 50 bis 100 Mrd. Franken und der Gemeindestraßen zwischen 100 und 130 Mrd. Franken. Martin Surka, Projektleiter ASTRA: „Dasist ca. ein Drittel des Gesamtwertes und die Besitzer, die sich um den Erhalt kümmern müssen, sind, oftmals finanzschwache, kleine Gemeinden. Sie sind Eigentümer der Gemeindestraßen und auch für deren Unterhalt zuständig. Wir haben mit unseren Fachleuten vor einigen Jahren damit begonnen, Überlegungen anzustellen, wie wir diesen Gemeinden bei dieser Aufgabe mit der Methodologie und den geeigneten Instrumenten Hilfe leisten können. Darum haben wir das Projekt EMSG in Angriff genommen, das vom ASTRA finanziert wird.“

Das Projekt EMSG – Ziele

Infografik - die 3 Sichten

EMSG ermöglicht es zu erheben, über welche Straßen eine Gemeinde überhaupt verfügt, und mit einer einmaligen Erhebung Daten wie Abmessungen, Gehsteige, Stärke der Belastung etc. zu erfassen. Im zweiten Schritt wird der Zustand der Straßen dokumentiert (Schlaglöcher, Beschädigungen). Dazu gibt es einen Zustandsindex mit der Bewertung von 1 bis 5, der auch grafisch dargestellt werden kann. Im dritten Schritt erfolgen die Planung der nötigen Maßnahmen und deren Koordinierung.

„Das innovative an EMSG ist die Anpassbarkeit an die Bedürfnisse der Gemeinde. Während z.B. eine große Gemeinde, die schon eine komplexe GISLösung hat, vielleicht nur die Grunddaten für die Teilnahme am Benchmarking eingeben will, steht dagegen einer kleinen Gemeinde mit EMSG erstmals überhaupt eine GIS-Anwendung zur Verfügung. Eine Herausforderung war die einfache Benutzbarkeit der Anwendung, vor allem im GIS-Modus, z. B. was das Zusammenspiel von Karte und Eingabemasken betrifft.“

Wilhelm Fauma, Projektleiter TechTalk

Die verschiedenen Arbeitsmodi

EMSG kann in 3 Modi, die der Benutzer vorab wählt, betrieben werden.

Im summarischen Modus wird das Straßennetz nach Belastungskategorien erfasst, z. B. Durchzugstraße, Wohnstraße etc., zusätzlich wird die Strecke in Kilometern und ihr Zustand dokumentiert. Im Straßennamen- oder tabellarischen Modus kann der Großteil der Funktionalität von EMSG genutzt werden. Die detaillierte Eingabe zahlreicher Parameter ist in Form von Listen möglich, es gibt auch eine Excel-Schnittstelle. Die Koordination von Baumaßnahmen ist jedoch nicht möglich, auch gibt es kein Kartenmaterial.

Im Straßennamen- oder tabellarischen Modus kann der Großteil der Funktionalität von EMSG genutzt werden. Die detaillierte Eingabe zahlreicher Parameter ist in Form von Listen möglich, es gibt auch eine Excel-Schnittstelle. Die Koordination von Baumaßnahmen ist jedoch nicht möglich, auch gibt es kein Kartenmaterial.

 

Erfassung des Inventars im Strassennamenmodus

Das alles gibt es im GIS-Modus, der kartenbasiert ist und in dem genaue Informationen über ausgewählte Straßenabschnitte eingegeben werden können. Durch grafische Erfassung des Zustandes mittels Hintergrundkarten und Achsdaten ist auch die anschließende Koordination der nötigen Maßnahmen einfach und übersichtlich möglich. Der GIS-Modus ist vor allem für mittelgroße und kleine Gemeinden interessant.

Resümee

Surka: „Es geht um Werterhaltung. Die Gemeinden sind sich bewusst, dass sie da etwas machen müssen, denn die Straßen werden nicht ewig halten. Kleine Gemeinden, die nicht über das nötige Budget verfügen unterstützen wir mit EMSG, um die komplexen Normen auf eine intuitive und einfache Art und Weise umzusetzen. Man kann sich einfach durch das System durchklicken und hat schon eine sehr gute Ausgangslage, gutes Erhaltungsmanagement der Straßen zu realisieren.“

„Das Projekt ist uns gemeinsam mit TechTalk wunderbar gelungen, alle Probleme und Fragen konnten sehr gut gelöst werden. Wir sind mit den Leistungen von TechTalk vollauf zufrieden, auch die Qualität betreffend. TechTalk ist sehr konstruktiv, hat lösungsorientiert gearbeitet und hat auch sehr viele eigene Vorschläge in das Projekt eingebracht.“

Martin Surka, IT-Entwicklungsleitung, ASTRA

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Franz Noll, Managing Partner

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